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Du Blonde Welcome Back To Milk


Mute/GoodToGo

Dies ist eine „Fuck off!-Platte“, schön, denn davon gibt es viel zu wenig. Beth Jeans Houghton nennt sich fortan Du Blonde und sagt frank und frei, von wem sie sich besonders genervt fühlt: von ungezügelten Hatern im Internet, spießigen Männern mit Hunden und allen Typen, die sie in Meetings mit Bezug auf ihre üble Laune fragen, ob sie denn ihre Regel habe.

Einen Sinn für interessante Outfits hatte die Britin schon immer, bei einem Auftritt der Musikshow von Jools Holland sah sie einmal aus wie Amy Winehouse im Mozart-Dress, während neben ihr ein Mädchen mit Cro-Pandamaske tanzte. Das Cover von WELCOME BACK TO MILK ist noch extremer: weißes Kunstfell, weiße Turnschuhe. Ästhetik? Fuck off.

Der Auftakt „Black Flag“ ist kampfbereiter Bluesrock, man denkt an die frühe PJ Harvey – aber auch daran, wie es klingen würde, wenn der Drachenmami von „Game Of Thrones“ mal die Nerven durchgehen. „Chips To Go“ fährt Karussell wie die atemlosesten Glamrocksongs der Sparks, bei „After The Show“ stoppt Du Blonde kurz den Wahnsinn und wird sinnlich, um danach mit „If You’re Legal“ den Afrobeat-Bubblegum-Pop von Bow Wow Wow einzudrecken.

Kooperation

Ein weiterer Höhepunkt: der Rokokorock „My Mind Is On My Mind“, bei dem Samuel T. Herring von den Future Islands als Gastsänger dabei ist. Dessen Stimme kennt keinen Hintergrund, drängt unweigerlich nach vorne, legt Gefühle frei, ist zwingend ehrlich – und genau deshalb hier sehr gut aufgehoben.


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