Ebow

K4L

Problembär Records/RTD

Intersektionaler Battle-Rap: Die Münchnerin disst „Möchtegern-Kanaken“ und feiert die Schwesternschaft.

„Die Sprachi geht raus an alle Almans und Cis-Heten, die sich migrantische, nicht-weiße und queere Ästhetiken aneignen“ – im programmatischen „Hengameh Skit“ rechnet die queerfeministische Autorin Hengameh Yaghoobifarah mit denen ab, die MigrantInnen früher belächelt haben und heute beim Barbier den Hafti-Schnitt verlangen und sich #blutgruppeayran attestieren. Sie gehört zu Ebows Gang, die die türkischstämmige Rapperin auf K4L nach allen Regeln der Kunst abfeiert. Die Abkürzung steht für „Kanak 4 Life“, womit Ebow das Schimpfwort zur empowernden Selbstbezeichnung reklamiert.

„In mir stecken tausende Leben, ich hab Flure geputzt, Häuser gebaut, wurde ausgenutzt, wurde ausgesaugt“, erzählt sie über Oldschool-Beats von Gastarbeitern, deren Kinder heute das Rap-Game beherrschen. Doch diesen Machos will Ebow sich gar nicht anbiedern. Sie feiert ihre queere Community („Butterflies“) und ihre Schwestern-Gang, die ihr Geld alleine verdient („Slang“). Ebow lässt sich nicht von Trends vereinnahmen: Ihr 90s-Retro-Style und der gelangweilte Sprech-Gesang erinnern an Tic Tac Toe, ihre scheppernden Beats sind lo-fi. Nicht zuletzt durch Punchlines wie „Geh runter, küss die Klitoris“ besetzt Ebows intersektionaler Battle-Rap eine Leerstelle im Deutschrap, die dringend zu füllen war. 

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