Ekiti Sound Abeg No Vex


Crammed Discs/Indigo (VÖ: 26.4.)

Die Verbindung London-Lagos mag durch Fela Kuti in die Annalen der Popmusik eingeschrieben sein, Tony Allen hat sie mit Auftritten und Aufnahmezyklen in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neu befeuert. Es kommt beinahe einem Wunder gleich, dass auf diesem Debütalbum des Sängers und Produzenten Leke Afrobeat-Miterfinder Allen nicht auch höchstselbst in irgendeiner Rhythmus-Schleife auftaucht.

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Unter dem Projektnamen Ekiti Sound sind jetzt 15 Tracks veröffentlicht worden, in denen Leke Klang-Elemente der britischen Soundsystem-Kultur, Drum & Bass, HipHop und regionale Spezifikationen aus seiner Heimat Nigeria zu einer Collage mit reichlich Dance-Appeal verlötet. Diese Tracks fahren wie Schnellreisebusse zwischen den Orten der Erinnerungen (der Bundesstaat Ekiti, der Shrine in Lagos) und den öffentlichen Party-Plätzen hin und her, die Clublife definieren, mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Talking Drum und Folk-Ballade, Streetparty und technoider Soundtrack.

Und Fela Kuti ist natürlich auch von ABEG NO VEX nicht wegzudenken, Leke hörte die Musik von Fela Kuti das erste Mal im Alter von elf Jahren bei den Nachbarn in Lagos, er hat sich der Idiome bedient, die der King Of Afrobeat in seinen Aufnahmen miteinander verband: Yoruba, Pidgin-English, Englisch, frisch dabei der international gesprochene Dialekt Autotune. In den Worten von Leke: „Wir schaffen bewusst ein neues Narrativ für die moderne afrikanische Erfahrung mit globaler Perspektive“.

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