Elvis Costello & The Imposters The Boy Named If


EMI/Universal (VÖ: 21.1.)

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Das großartige LOOK NOW von 2018 war Burt-Bacharach-Pop und Motown-Soul, der Nachfolger HEY CLOCKFACE rückblickend eine Art Übergang: Elvis Costellos neues Album THE BOY NAMED IF ist jetzt, zumindest in großen Teilen, eine Rückkehr zum ekstatischen Postpunk seiner frühen Jahre. Das Aufgekratzte und Abgehackte, die gezackten Gitarrensolos und Yeah-Yeah-Yeahs: alles da.

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Songs wie „Farewell, OK“ oder „Magnificent Hurt“ sind nicht so weit weg von denen der späten 70er. Mehr als einmal denkt man zwischendurch an „Pump It Up“, „Alison“, „Watching The Detectives“. „She was a parttime waitress with a dream of greatness“, startet das einnehmende „My Most Beautiful Mistake“: Am Ende steht trotzdem nicht sie als Klischee da, sondern der Kerl, der sie vor seiner Kamera hat und dabei „action“ und „that’s a take“ ruft, „there’s a hand that lingers a little too long“.

Auch „The Difference“ handelt von toxischer Männlichkeit, dort endet es mit einem Messer. „Kindergeschichten“ nennt Elvis Costello das Album im Untertitel. Ja, weil es hier um „Penelope Halfpenny“ geht, um romantischen Kitsch, aber auch um verlorene Unschuld, Desillusion, kurz: den Einbruch einer Realität. „He had the wildest of dreams, but he rarely remembered them“, heißt es im traurig dahinschaukelnden „Paint The Red Rose“. Statt wilder Träume die Erkenntnis: „It’s a sin to tell a lie until we trick out the truth.“ Das Maliziöse und das Melancholische, stampfender Rock und Pop-Sensibilität: im Grunde eine typische Costello-Platte.


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