ESB ESB


Bureau B/Indigo VÖ: 16. Oktober 2015

Wer den bretonischen Allrounder Yann Tiersen von dem Soundtrack DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE mit seiner musikalischen Hommage an das alte Paris kennt, der wird hier wohl nicht glücklich. Auch die vom Piano dominierte Filmmusik zur Tragikomödie „Good Bye, Lenin!“ oder selbst die anspruchsvollen Solowerke des französischen Komponisten liegen noch recht weit entfernt vom Debütalbum des Drei-Mann-Projektes ESB.

Das Kürzel steht für Elektronische Staubband, und da ahnt man schon, wo die Reise hingehen könnte. Die Mitglieder des Seitenprojekts nennen die Pioniere der elektronischen Musik als Einflussquellen, und so fließen die Ströme zurück nach Deutschland, zu Klaus Schulze, Tangerine Dream, Kraftwerk und dem explizit erwähnten Hans-Joachim Roedelius (Cluster, Harmonia). Dabei begann alles als Lockerungsübung, die Tiersen zusammen mit Lionel Laquerrière (Nestorisbianca), seit einigen Jahren Teil der Liveband von Tiersen, während des Soundchecks machte. Um das Projekt voranzutreiben, holten sie sich den als Mixer und Produzenten arbeitenden Thomas Poli dazu.

Vornehmlich geht es durch die 60er und 70er, es kommt zu kurzen Ausflügen in den Krautrock und Synthie-Pop, zumeist aber schwirrt das Trio durch kosmische Klänge. Die sieben Tracks des Albums sind rein instrumental angelegt, gelegentlich verdunkelt sich die Stimmung, ohne dabei aber in schwarze Löcher zu versacken, was vor allem daran liegt, dass ESB sich als schlaue Diebe mit einem Gefühl für Rhythmen präsentieren.


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