Esmark Mara I & Mara II


Bureau B/Indigo

Sphärisch, dunkel, modern. So stellt man sich Musik von einem Projekt vor, das nach einem Gletscher in Spitzbergen benannt ist. In MARA I und MARA II von Esmark hört man doch besser ohne Erwartungen hinein – denn die werden direkt gesprengt. Hinter dem Band­namen steckt ein Duo aus Hamburg, bestehend aus dem Klangkünstler Nikolai von Sallwitz und dem Experimentalmusiker Alsen Rau.

Auf fast 80 Minuten konfrontieren sie den Hörer mit allerhand eigenwilligen Klängen. Den Sound gestalteten die beiden analog: Effektgeräte und Bandmaschine wurden benutzt, um die Samples zu kreieren. Die daraus entstandenen Klangflächen erinnern an eine Art Urform der Musik, wie wir sie heute kennen: Es sind wiederholte Geräuschfolgen wie die im repetitiven Song „Reicke“ . Die frühzeitliche Wandmalerei des buddhistischen Mara, die auf dem Cover beider Alben zu sehen ist, steht symbolisch für den Ansatz, bis zum Ursprung des Klangs vordringen zu wollen.

Der Mara ist außerdem ein Äquivalent zum christlichen Teufel, ein Unheilbringer: Ein Motiv, das die bedrückende und dystopische Grundstimmung des Albums maßgeblich beschreibt – allen voran im Song „Lianen“: ein panischer Track, der wie ein Soundtrack zu einem Horrorfilm klingt. Esmarks Klangflächen sind düster, minimalistisch und vor allem schwer fassbar. Ein anstrengendes, bedrückendes aber auch ureigenes Werk.

 


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