FFS FFS


Domino/GoodToGo

Ach, so viel Ironie wäre doch gar nicht vonnöten gewesen. Ziemlich gegen Ende dieses Albums spielen Franz Ferdinand und die Sparks mit der Idee des Desas­ters, die in einer solchen Zusammenarbeit lauert: „Collaborations Don’t Work“ heißt das in der Pop-Arie, die diese so feierlich zusammenfasst. Besser, sie haben’s mal gesagt, weil am Ende des Tages doch jeder wieder Sinn und Zweck dieses Unterfangens evaluieren wird (kann denn das Ganze mehr als die Summe seiner Teile sein?).

FFS ist ein Album aus einem Guss geworden, in dem sich zwei nicht grundsätzlich voneinander verschiedene ästhetische Ansätze aus zwei Dekaden eher unspektakulär miteinander verschränken: der operettenhafte Art Pop von Ron und Russell Mael aus den 1970ern, der bald unter der Ägide von Giorgio Moroder der Disco-Kugel weichen musste, und der mit Retrospektiven spielende Postpunk-Pop der schottischen Band um Alex Kapranos und Nicholas McCarthy, der vor gut zehn Jahren mit Getöse in der Szene aufschlug.

Jetzt haben sie die gemeinsame Platte gemacht, die nur Musiker auf die Wege bringen können, die fest entschlossen sind, sich gegenseitig zu feiern. Das passiert in Form von Res­pektsbekundungen, Kapranos schrieb Sparks-Melodien, die aus der KIMONO-MY-HOUSE-Ära stammen könnten, Ron Mael entwarf New-Wave-Szenarien für ein Falsett-Theater aus der „The Dark Of The Matinée“-Schule. Eine muntere Musical-Operetten-Disco- und Synthie-Pop-Melange, die nie zu sehr in die eine oder andere Richtung ausschlägt und in der Zeile „Save Me From Myself“ gipfelt. Wenn man so will, ein Zitierbündnis, das etwas über das Allgemeinbefinden der Popmusik erzählt, die sich in der Wiederholungsschleife zwinkernd spiegelt. Zusammenarbeit geht okay, aber FFS bleiben auf einigen flachen Passagen im Dickicht der Befangenheit und Sophistereien hängen, die wirklich großen Hits sind schon vor diesem Album geschrieben worden – von beiden Bands.


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