Flo Morrissey Tomorrow Will Be Beautiful


Glassnote/Caroline/Universal

Kann man einer 15-Jährigen Zeilen wie „Show me the way it used to be, I’m no longer afraid of my past“ ernsthaft abnehmen? Im Falle von Flo Morrissey heißt die ebenso überraschende wie eindeutige Antwort: ja.

Zwar scheint es im ersten Moment suspekt, dass eine Jugendliche solch melancholische Töne anschlagen kann. Doch mit acht Schwes­tern und Brüdern aufzuwachsen (Morrissey ist das zweitälteste Kind), sorgt für eine erhöhte Lebenserfahrung. Vergewissert man sich dazu noch, dass die heute 20-jährige Londonerin mit Klassikern wie Bob Dylan und Neil Young sozialisiert wurde, ist es nur folgerichtig, dass sie sich dazu entschieden hat, ebenso zeitlose Stücke wie ihre Helden zu komponieren.

Dass ihr das gut gelungen ist, zeigt der eingangs zitierte Opener „Show Me“, der vor fünf Jahren den Startschuss für die Singer/Songwriter-Karriere der Britin setzte. TOMORROW WILL BE BEAUTIFUL ist ein cineastisch angehauchter Erstling geworden, was besonders in der wunderbaren Vorab-Single „Pages Of Gold“ und dem großartigen „If You Can’t Love This All Goes Away“ deutlich wird: Großflächige Streicher, ein jazziges Schlagzeug und diese für eine so junge Frau so alt und weise anmutende Stimme wirken auf den Hörer ein und erschaffen eine wohlige Atmosphäre, der man sich schwer entziehen kann. Das ist Musik, die gemacht wurde, um uns große Dramen näher zu bringen. Und wenn man sich dabei etwas an Lana Del Rey erinnert fühlt, dann schadet das kein bisschen.


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