Gaz Coombes Matador


Hot Fruit Recordings/Caroline/ Universal

Gerade 19 Jahre alt war Gaz Coombes, als er mit Supergrass den Feelgood-Hit „Alright“ landete. Heute ist er 38, immer noch recht jung also, aber nicht mehr ganz so unbeschwert wie damals. Auch wenn er auf dem Cover von MATADOR, seiner zweiten Solo-Platte, dreinschaut wie ein leicht debiler „HEROES“-Bowie – hier wird nicht herumgekaspert: „They want blood, they want your heart and soul, but the hardest fight is the one you fight alone“, heißt es im Titelstück.

Seit 2010 kämpft Coombes sich nun schon allein durch. Mit Supergrass sind der Wahnsinn des Rockstar-Lebens, „the poison, the powder and the lies“ („Detroit“) und der Erfolgsdruck verschwunden – aber eben auch der Erfolg. „I’m unable to sleep at night“, singt Coombes. Hin- und hergerissen zwischen Zweifeln und Zuversicht, „like a circle cut in half“, vertraut er auf sein Talent: Auf MATADOR spielt Coombes fast jedes Instrument.

Jede Note hat er liebevoll gewählt, jedes Stück selbstbewusst durcharrangiert. Ein melancholisches Piano trifft auf zaghafte Beats. Akustische Gitarre und Mellotron werden in elektronisches Fiepen und Blubbern eingebettet. Bei „20/20“ klingt das, als ob zwei Radiohead-Songs aus unterschiedlichen Schaffensphasen der Band aufeinander treffen, das zärtliche „The Girl Who Fell To Earth“ erinnert an ADORE von den Smashing Pumpkins. Nein, ein Hit ist bestimmt keiner auf MATADOR, aber dafür jede Menge heart and soul.

Kooperation

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