George FitzGerald Stellar Drifting


Domino/Good To Go (VÖ: 2.9.)

von

Mit einem Bein im Club, mit dem anderen im Wohnzimmer: So stiefeln viele herum, und irgendwo zwischen Caribou, Röyksopp und Moderat hinterlässt auch der Südlondoner George FitzGerald seine Fußabdrücke. Ursprünglich beheimatet in der Berliner Technoszene, wurde der Brite beim Release seines ersten Albums gleich des Verrats bezichtigt. Igitt, das ist ja Pop-Musik.

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Nun ist es da, das dritte Album, und der Pop schimmert stärker durch den Dancefloor denn je. Mit seinen sanft an- und abschwellenden Flächen gedenkt er mit Album-Opener „Further And Further“ zwar zunächst Detroit, doch der erhoffte Roland-909-Beat will nicht einsetzen. Stattdessen folgt „Passed Tense“, eine Mithüpf-Nummer mit den Vocals von Animal Collectives Panda Bear, der so die Unbeschwertheit eigener Songs auf den Tanzflur bringt.

Und dann machen wir ein Konzept aus, das schon der Albumtitel vermittelt: FitzGerald hat sich vom Weltraum inspirieren lassen, er hat Bilder von NASA-Teleskopen in Klänge übersetzt. Das Ergebnis klingt weniger esoterisch, als man glaubt. Das Album glitzert und glänzt zwar im niederprasselnden Sternenstaub, doch sonst rumpelt in Pop gegossener Post-Dubstep solide vor sich hin. Auch London Grammar bedanken sich für seine Produktionshilfe beim letzten Album und rumpeln mit. FitzGerald macht alles korrekt, aber am Ende zu richtig. Mit ein paar Überraschungen wie etwa einem hereinbollernden Meteoriten oder einem urplötzlich landenden UFO hätte er sich einen halben Stern mehr erobert.

Quelle: Michael Prenner


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