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Glasvegas Later…When The TV Turns To Static


BMG Rights Management/Rough Trade

von

Der Hype ums Debüt war riesig – die Enttäuschung über den Nachfolger von 2011 ebenso. Schließlich konnten Glasvegas die Erwartungen so gar nicht erfüllen. Sei es, weil Mastermind James Allan ein Monster-Ego entwickelte, Unsummen für Studios und Produzenten verballerte, aber musikalisch wenig zu bieten hatte. Logische Folge: Vertragsauflösung mit ihrem Label, Schaffenspause und ehrgeiziger Neuanfang. Ab sofort produziert James alles in Eigenregie und treibt den melodramatischen Breitwandsound auf die Spitze. So klingen „Youngblood“, „Choices“ und „Secret Truth“, als würde sich der Mann mit der Elvis-Tolle und dem breiten Glasgow-Akzent gleich die Pulsadern öffnen. Die Welt ist so gemein, die Liebe endet prinzipiell im Schmerz („I’d rather be dead than be with you“), und alles dreht sich ums Geld („It’s all about the money – I hope it makes you happy“). Was eine Abrechnung mit der alten Plattenfirma sein dürfte und mit so viel Leidenschaft und Pathos daherkommt, als wollten Glasvegas Coldplay vom Thron des Stadion-Pop stürzen. Das Problem: Es fehlen die großen Melodien – und ein bisschen Optimismus.


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