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Hinds I Don’t Run


Lucky Number/Rough Trade

Was freuten wir uns deppert, als Hinds vor zwei Jahren ihr Debüt LEAVE ME ALONE veröffentlichten: Endlich eine Band, die Laissez-faire nicht nur behauptet, sondern tatsächlich recht unbedarft auf ihren Instrumenten herumschrubbt. Doch dann stand man auf Konzerten plötzlich neben Typen, die behaupteten, die vier Madrilenerinnen seien der Beweis dafür, dass Frauen nicht Gitarre spielen können. Blödsinn, ging es doch im Garagenrock nie um Virtuosität, sondern um Haltung. Und die haben Hinds.

Der Titel ihres zweiten Albums I DON’T RUN ist da eine Ansage im doppelten Sinn: Zum einen texten Hinds, ganz auf Konfrontation mit ihren Hatern gebürstet, kritischer als bisher – und zum anderen haben sie es immer noch nicht eilig. In dieser Garage mag niemand den Putz von den Wänden hauen; lieber sabotieren Hinds sonnige Indie-Pop-Songs wie gehabt mit ihren quäkigen Anti-Harmonien, ziehen das Tempo an, wenn ihnen danach ist, und setzen sonst auf Melodien mit Schlaf in den Augen und Westcoast-Wärme im Herzen.

Kein großer Sprung, sicherlich. Wer aber diese Girls unter Stümper-Rock verbucht, sollte mal versuchen, sich dem schluffigen Charme von Songs wie „New For You“ oder „Echoing My Name“ zu entziehen. Oder einfach die Klappe halten, Math-Rock hören und sein Bier allein trinken.

Klingt wie: Thee Headcoatees: The Sisters Of Suave (1999) / Los Nastys: Noche De Fantasmas Con Los Nastys (2016) / Gurr: In My Head (2016)


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