Holly Herndon  Proto 


4AD/Beggars/Indigo (VÖ: 10.5.)

Als Holly Herndon Anfang des Jahrzehnts zum ersten Mal Musik veröffentlichte, traf sie ein Klima an, das günstig war für ihren elektronischen Avantgarde-Pop. Den sah sie immer auch als Versuchsfeld für die Manipulation von Musik und der menschlichen Stimme. So gesehen ist Herndons drittes Album PROTO der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

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Das Album entstand mithilfe einer Künstlichen Intelligenz namens „Spawn“. Herndon benutzt die KI aber nicht zur Produktion von automatisierter Musik, wie etwa Kollege Actress als  Young Paint, „Spawn“ ist vielmehr gleichberechtigtes Ensemblemitglied neben einem menschlichen Chor und den Electronics, die die Klangkünstlerin aus ihrem Computer holt. Die Stücke bewegen sich zwischen folkloristisch-tribalistisch, „klassisch“ und den Vokalwerken der Neuen Musik.

Es gibt aber auch barocken Dream Pop, circa Julia Holter, zu hören, oder den Track „Fear, Uncertainty, Doubt“, der wie die Fingerübung eines frühen Pioniers der elektronischen Musik klingt. Wenn auf PROTO Stimmen zu hören sind, ist nicht zu unterscheiden, wer gerade singt, sind es die Menschen, oder ist es doch die Künstliche Intelligenz?  

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