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Iggy Pop Après


de.vente-privee.com VÖ: 6.07.

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Vor etwas mehr als zwei Jahren war an dieser Stelle eine Eloge zu lesen auf Préliminaires, das damals veröffentlichte Chanson-Album von Iggy Pop. Das Loblied hat immer noch Gültigkeit. Weil Iggy Pop der sinistren Vorlage – das Album war inspiriert von Michel Houellebecqs dystopischem Existenzialisten-Roman „Die Möglichkeit einer Insel“ – die entsprechende musikalische Umsetzung angedeihen ließ: seltsam artifizielle elektronische Minimalinstrumentierung in Tateinheit mit dem tiefen Sprechgesang-Bariton. Wenn der 65-Jährige jetzt auf Après das musikalische „Konzept“ von Préliminaires wiederholt und sich dabei ausschließlich auf Fremdkompositionen (auf dem Vorgänger waren es nur 4 von 12) verlässt, macht er es sich doch ein bisschen einfach. Kompositionen von Cole Porter und Joe Dassin und die Lieder, die durch Interpretationen von Edith Piaf („La Vie En Rose“), Frank Sinatra („Only The Lonely“) und Harry Nilsson popularisiert wurden, liefern in den jazzy-chansonhaften Versionen im bewährten Crooner-Bariton keinen neuen Erkenntnisgewinn. Schon gar nicht das Beatles-Cover „Michelle“, das Iggy Pop eins zu eins nachspielt. Après, das zurzeit nur über das Online-Portal de.vente-privee.com zu beziehen ist, klingt viel zu harmlos. Man kann sich ja mittlerweile vieles von Iggy Pop vorstellen: ein Jazz-Album, ein Chanson-Album, ein neues Stooges-Album, nur ein harmloses Album nicht. Key Tracks: „I’m Going Away Smiling“, „Et si tu n’existais pas“


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