IMPORTE

Der in Florida geborene Südstaatlei Pete Carr gehörte mit Duane und Gregg Allman zur legendären Band Hourglass. Nach deren Ende boten Gregg und Duane ihm einen Platz bei den Allman Brothers an. Pete lehnte ab und verdingte sich 1971 in der Studio-Hochburg Muscle Shoals in Alabama. Seinen Posten bei den Allmans bekam Dickie Betts. Ab und wann kommt Pete Carr dazu, eigene Musik zu spielen und zu produzieren. Sein jüngstes und drittes Soloalbum heißt „Multiple Flash“ (Big Tree 76009). Pete Carr ist ein Großmeister seines Fachs. Seine Gitarre kann träge sinnieren („Someday We Will“), Spannungsbögen aufreißen und losfetzen („Multiple Flash“), locker schweben und dahintaumeln („Rings of Saturn“, „Canadian Sunset“) und spritzig brillieren und marschieren („Southern Cross“). Eine der meistgesuchten Rock-LP’s gibt’s beim Teldec Importservice(TIS): „It’ll All Work Out inBoomland“vonT.2.(SKL5050). Ein individuelles, selbstbewußtes Album. Das Trio Keith Cross(Gitarre,Tasten),Peter Dunton(Schlag zeug, Gesang) und Bernard Jinks (Baß) erweist sich u.a. als ein rockiger Vorläufer des Jazz-Rock („Circles“ und teilweise in „Morning). Ohne die bei so vielen Gruppen durchschmeckende Unterwürfigkeit vorm Jazz. T.2. verfügt über außergewöhnliche Virtuosität, verplempert sie aber nicht für Imponiergehabe, sondern stellt sie in den Dienst des musikalischen Ausdrucks. Jedem Purismus abhold gestattet sich T.2. Ausflüge in exotische Harmonien und Phasen orchstralen Arrangements. Ist schon eine sehr seltene Blüte, dieses Album.

Wenn sich auch die Plattenfirmen nach anfänglichem Zögern auf die New Wave Bands stürzten, so kommt bei uns längst nicht alles automatisch heraus, was selbst große Firmen in England oder USA unter Vertrag nehmen. Zum Beispiel Slaughter and The Dogs Sie sind in England bei Decca, hier beim TIS. Ihre LP „Do It DogStyle“(SKR 5292) gehört ins obere Viertel der Neuen Welle. Barren, Rossie, Muffet und Bates fügen ihrem Energie-Rock Konturen und Klangfarben hinzu. Alle zwölf Songs kann man beim ersten Hören deutlich voneinander unterscheiden. Bei New Wave keine Selbstverständlichkeiten. Wenn in „Dame To Blame“ eine kräftige Gitarre zwischen der derben Lead- und Harmoniestimme emporschießt und sie wie ein geschmeidiges Stahlband umschlingelt, wenn sich die Schußfahrt mit einem farbigen Klangstrom vereint, errreicht das Album seinen Höhepunkt und gleichzeitig sein Ende. Winfried Trenkler