John Grant Love Is Magic


Bella Union/[PIAS] Coop/Rough Trade (VÖ: 12.10.)

Auf John Grants bisherigen Soloalben gab es stets zwei Arten von Songs, einmal große Balladen, die an seine frühe Karriere als Sänger der Czars erinnerten, dazu immer mehr Elektro-Tracks, auf denen sich John Grant hörbar auslebte.

LOVE IS MAGIC ist nun die erste Platte, auf der diese beiden Richtungen zu einer einzigen werden. „Metamorphosis“ be­ginnt zum Auftakt wie ein fehlgeleitetes Soft-Cell-Stück, Grant schauspielt sich als Sänger durch die erste Minute, es ist mehr eine Performance als eine Pop-Darbietung. Im Mittelteil bricht das Stück ab, bildet eine Fläche – die Melancholie hält Einzug. Dann übernimmt wieder Gaga-Grant, knapp sechs Minuten läuft das Ding, es kommt einem nur halb so lang vor. Noch besser ist das Titelstück, auf dem John Grant Beach-Boys-Harmonien und schleppenden Synthie-Pop zusammenführt und davon singt, dass die Liebe oberflächlich betrachtet mehr Arbeit macht als ein Hausputz – aber wenn dann alles glänzt: wie großartig die Liebe dann doch ist!

LOVE IS MAGIC klingt fantastisch, weil John Grant das Synthie-Museum seines Kreativpartners und Co-Produzenten Ben Edwards nutzen durfte, mit dem er zuletzt im März dieses Jahres unter dem Namen Creep Show auch das großartige Album MR. DYNAMITE aufgenommen hatte. Zusammen entwerfen die beiden eine mal flächige, mal blubbernde Keyboard-Welt, in der auf „Tempest“ das Drama von 80s-Acts wie Berlin zu Hause ist, bei „Preppy Boy“ der Blue-Eyed Elektro-Funk von Heaven 17, auf „Diet Gum“ die alberne Synthie-Avantgarde von Devo – wobei der Track am Ende anzieht wie einer dieser Supertracks von LCD Soundsystem.

Zu dem Album geht es hier:

LOVE IS MAGIC hier im Stream hören:


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