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Kanye West Jesus Is King


Def Jam/Universal

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Es ist ein überstrapaziertes Bildnis, aber es ist nun mal so treffend, dass diese Rezension nicht darauf verzichten kann: vom Saulus zum Paulus. Auch Kanye West hat diesen Wandel nun für sich abgeschlossen. Nach Jahren der Megalomanie, des Pillenmissbrauchs, der verbalen Entgleisungen, hat der Rapper, Producer, Designer mit Hilfe seines Freundes Chance The Rapper und seines Haus- und Hofpredigers Adam Tyson zurück zum Heiland gefunden: Jesus Christus.

Das bedeutet auch zwangsläufig: Yeezus ist tot. Und so hören wir auf JESUS IS KING, Kanye Wests neuntem Studioalbum, keinen einzigen Fluch, kein einziges Schimpfwort, keine einzige egomanische Tirade. Was wir hören ist der gottesfürchtige Gospel – auch wenn der bei West einen schiefen Vergleich mit der Fast-Food-Kette Chick-Fil-A beinhalten darf („Closed On Sunday).

Augenfällig an JESUS IS KING ist dessen extrem kurze Spielzeit. Gerade einmal 27 Minuten misst die Album-Adaption des West‘schen „Sunday Service“, nur drei Tracks knacken die Drei-Minuten-Marke, einige Titel enden obendrein recht abrupt („Follow God“, „Hands On“). Was man sich in dieser knappen halben Stunde jedoch zu Gemüte führt, gehört produktionstechnisch zur absoluten Oberklasse.

Das verwundert nicht, betrachtet man Wests bisheriges Schaffen, arbeitete er schon immer hin zur Klangästhetik des Klerikalen. Die dort immanente Opulenz und Brillanz war es auch, die den „THE LIFE OF PABLO“-Gospel „Ultralight Beams“ aus seinem bisherigen Œuvre herausstechen ließ. Auf JESUS IS KING gelingt dies zwei Tracks: Zum einen „Selah“ mit seinem Crescendo-Chor und den stampfenden Kaskaden, die den Hörer in den Sessel drücken und nicht mehr loslassen. Zum anderen „God Is“, Wests ultimativer Predigt auf die Kraft, die ihm seine Rückkehr zu Gott gegeben hat. Sein Gesang wurde lange belächelt, hier jedoch singt er sich mit einem herzzerreißenden Falsetto frei – von all den Selbstzweifeln, all dem öffentlichen Druck, dem Teufel, den er auf seiner Schulter sitzen sah.

Komplett entsagt hat West dem HipHop jedoch noch nicht, lässt sich zum pumpenden Beat und dem handgepickten Retro-Sample von „Follow God“ und dem trappigen „Everything We Need“ doch hervorragend mit dem Kopf im Takt nicken. Obendrein feiert das legendäre Duo Pusha T und No Malice alias Clipse auf „Use This Gospel“ seine Reunion. Wer mit Wests wiederentdecktem Glauben nichts anfangen kann, kann sich dank JESUS IS KING zumindest darüber freuen.

▶ JESUS IS KING jetzt hier Spotify hören

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Schwaches Ende: Das letzte Album aus Kanye Wests Wyoming Sessions ist eine mittelgute Soul -Platte.


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