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Album der Woche

Knife Knights 1 Time Mirage


Sub Pop/Cargo

Ist das das erste amtliche Bekennerschreiben des HipHop zum Shoegazing? Oder standen Knife Knights nur mit dem Kopf auf dem Boden, als sie die elf Tracks für dieses Projekt produziert haben?

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Hinter Knife Knights stehen Ishmael Butler, Mitgründer der Digable Planets in den späten 80ern und So-ziemlich-Allesmacher im allseits gefeierten Duo Shabazz Palaces, einem der nach wie vor wenigen HipHop-Signings auf Sub Pop, und der Produzent, Songwriter und Filmkomponist Erik Blood, der über die Jahre immer wieder im Soundreich der Palaces aufgetaucht ist. Getroffen haben sollen Butler und Blood sich 2003 in Seattle auf einem Konzert der britischen Shoegaze-Institution Spiritualized. Dass dieser Link 15 Jahre später musikalisch immer noch Bestand hat, gehört zu den größeren Überraschungen auf dem an Überraschungen nicht gerade armen Album 1 TIME MIRAGE.

Knife Knights gehen drei, vier Schritte weiter als die Sci-Fi-Freaks Shabazz Palaces und erreichen mit den von ihnen bevorzugten Schneckentempobreakbeats am Ende Universen voller bizarrer Klangkombinationen; wir hören reißende E-Gitarren-Passagen, die auf Noise-Sequenzen, knarzende Synthesizer und elektronisches Kleinstschlagwerk treffen, dazu reichlich verdellte Soul- und zersplitterte Doo-Wop-Gesänge (von einem Dutzend Gast-Vokalisten) und irgendwo aus einem größeren Hallraum sind die Teilnehmer eines psychedelischen Hörspiels zu vernehmen. Oder doch die Residents ganz ohne Credits? Immer findet das alles relativ selbstverständlich zusammen, far out und in Technicolor (Track-Titel: „My Dreams Never Sleep“).

Knife Knights beschreiten ihren wild wuchernden Parcours erhobenen Hauptes, aber im Geiste des Shoegazing: Augen auf Effekte, Verzerrer, Hall und all die Dinge, die unter dem Pflaster von Rock und Pop liegen.

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