Land Of Kush Sand Enigma


Constellation/Cargo (VÖ: 8.11.)

„Safe Space“ könnte nach Definition von Sam Shalabi ein Ort irgendwo da draußen sein, wo sie unter der Flagge des Middle-Eastern-Beat einen Croonerwettbewerb veranstalten. Erschwerte Bedingungen: Die Musik in dem scheinbar sicheren Raum muss sich auch immer wieder selbst infrage stellen, dekonstruieren oder vollkommen von sich lösen können.

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In diesem ziemlich anspruchsvollen Auf­gaben­feld ist der Kanadier nicht nur mit Land Of Kush zu Hause, eigentlich geht Shalabi bei fast jeder Band (Dwarfs Of East Agouza, Shalabi Effect) oder Zusammenarbeit (Nadah El Shazly, Maurice Louca, Matana Roberts) in dieser Hinsicht auf Ganze. Er ist einer der großen Alchemisten der experimentellen Popmusik, wobei man Pop hier so weit fassen muss, dass arabische Folklore, Jazz, Krautrock, Elektronik und Noise auch darunterfallen.

Jedes Album von Shalabis Orchester ist eine Neubestimmung der Möglichkeiten musikalischer Verbandelung, und nach THE BIG MANGO (2013), seiner Liebeserklärung an Kairo  unter dem Eindruck des Arabischen Frühlings, folgt mit SAND ENIGMA eine wild zwischen den Extremen pendelnde kosmische Klangfahrt.

Einerseits schmerzhaft aufbegehrende Arbeit am Instrument, andererseits ein Jauchzen und Jubeln, das so grenzenlos klingt, im nächsten Moment zünftige Folklore, tolle Singstimmen, dazwischen plauzt ein Saxofon. Land Of Kush will nicht weniger als das Universum spielen. „Safe Space“ ist übrigens der Party-Track in diesem Programm. So viel verrät der Blick in die Kristallkugel: In 20 Jahren wird SAND ENIGMA zum letzten Klassiker der Zehnerjahre ausgerufen werden.


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