Lindstrøm On A Clear Day I Can See You Forever


Smalltown Supersound/Cargo (VÖ: 11.10.)

Namen wie Prins Thomas oder Björn Toske sind mit dem ausschweifenden Balearic-Disco- Sound Skandinaviens eng verknüpft. Aber einig sind sie sich alle. Erst Lindstrøm brachte Norwegen mit Songs wie „I Feel Space“ auf die Genre-Landkarte. Er nutzte den Sound aber stets nur als Startpunkt um sich mit Prog, Kraut, Ambient oder Dub in eine Richtung zu manövrieren, die noch niemand wirklich ausgelotet hat.

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So bestehen seine Alben – wie auch sein neues, sechstes – fast ausschließlich aus Longtracks, die zu Beginn mit einer Idee und einem Sound aufbrechen und uns als Hörer mitnehmen. Ziel? Unbekannt. „As If No One Is Here“ pluckert in gemächlichem Tempo über die Ziellinie, erlaubt aber wie der Rest des Albums viel Zeit für jedes Detail. Das über fast zehn Minuten Spannung aufbauende „Really Deep Snow“ zieht dagegen, für seine Verhältnisse, an und klingt wie eine von John Carpenter vertonte Verfolgungsjagd über Tiefschnee.

Immer wieder bekommt Lindstrøm die Kurve und lässt die Tracks nicht ins Leere laufen, lässt nicht die reine Repetition regieren, sondern schafft es, im richtigen Moment die nächste Ebene einzuziehen. Das kosmische „Swing Low Sweet LFO“ ist besonders faszinierend und wäre so bislang nicht möglich gewesen, denn zum ersten Mal nahm Lindstrøm ein Album komplett ohne Computer und nur mit Instrumenten auf, arbeitete mit Dutzenden Synthesizern und schuf so einen fast unheimlichen, retro-futuristischen Sound.

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