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Lola Marsh Remember Roses

Barclay/Universal

von

Stellen wir uns folgende Szene vor: Sie flanieren durch eine Fußgängerzone in, sagen wir, Barcelona. Vor einer Menschentraube, die sich um ein junges Duo versammelt hat, bleiben Sie stehen. Gitarre, betörende Frauenstimme, Melodien wie Softeis mit Pfirsichgeschmack. Plötzlich ist da dieses Lied – „Wishing Girl“ – mit seinem lässigen Pfeifen im Refrain, und man ahnt: So klingt ein Hit. Mädchen mit bunten Armreifen ziehen ihre Schuhe aus, eine Polaroidkamera klickt, irgendwo schwirren Seifenblasen durch die Luft. Klar, wie sich das anhören würde? Dieses Duo, das sind Lola Marsh.

Mit ihrer im vergangenen Jahr erschienenen EP „You’re Mine“ haben sich die Sängerin Yael Shoshana Cohen und der Multiinstrumentalist Gil Landau aus Tel Aviv einen Platz auf den Frühlingsplaylists dieser Welt gesichert. Und auch, wenn die beiden längst nicht mehr in den Fußgängerzonen Barcelonas anzutreffen sind, sondern die mittelgroßen Bühnen gekapert haben; auch, wenn sie ihren mal zuckersüßen, mal auf Verführung heruntergedimmten Folk-Pop auf der Debüt-LP REMEMBER ROSES mit opulenter Orchestrierung schmücken, bleiben Lola ­Marsh immer ein wenig Laissez-faire-Sommerband. Eine, über deren Musik viele Menschen sagen werden, sie mache glücklich. Aber wie das halt so ist mit Pfirsicheis und Polaroids, mit Sonnenfolk und Seifenblasen: Irgendwann droht der Zuckerschock.

Klingt wie: Boy: Mutual Friends (2011) / Dillon: This Silence Kills (2011) / Lana Del Rey: Born To Die (2012)

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