Love A Nichts ist neu


Rookie/Indigo (VÖ: 12.5.)

Ach, wie alles dräut und drängt in Dringlichkeit in den verzauberten Tagen nach dem Ende des Anfangs und vor dem Anfang vom Ende, bevor die Clique sich zerstreut und alle, auch die Verrückten, zwischen den Kiefern des System zu erwachsenen Menschen zerhackt werden. Da ist was dran, und es bleibt immer aktuell. Jede Generation hat für diesen speziellen Moment zwischen Verzweiflung und Hoffnung ihren eigenen Soundtrack – von Turbostaat oder Tocotronic im leiernden Kassettendeck eines alten Renault 4 bis – heute halt – den großen Youtube-Videos von Love A aus Trier, Rheinland-Pfalz, für sich schon Chiffre einer Provinz, die zugunsten von Hamburg oder Berlin überwunden werden muss, damit ihr hinterhergetrauert werden kann ein Leben lang.

Auch auf NICHTS IST NEU verschafft sich das Primat der Texte Geltung: „Weil ich weiß, was ich weiß, und ich weiß, das muss seltsam klingen“. Der Gesang ist sperrig und druckvoll, immer kurz vorm Kippen in den Schrei. Schließlich geht es um nicht weniger als alles, was der Fall ist auf den Klippen jugendlicher Verzweiflung, wo der Blick in den Abgrund vom Blick in die verheißungsvolle Ferne kaum zu unterscheiden ist. Das Schlagzeug treibt, der Bass poltert, die Gitarren sägen – und doch bleibt, wenn schon nicht (pfui!) der Pop, so doch immerhin der Wille zur Melodie, wenn schon nicht hörbar, so doch spürbar. Groß also auch die Musik, wie die Haltung dahinter und dieser ewige Moment vor dem Anfang vom Ende.


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