Madeline Kenney Perfect Shapes


Carpark/Indigo (05.10.)

Nicht, dass die Vermeidung von Rock-Klischees eine neue, interessante Disziplin wäre, Scharen von Post-Rock-Bands haben den alten Affen Rock an den Ohren gezogen und ihm unter den Pelz geschaut, dort tauchte ein Skelett auf, das in seine Bestandteile zerlegt die Geburtsstunde einer Befreiung von alten Strukturen markierte. Bei Madeline Kenney ist dieser Befreiungsakt nach dem etwas ätherischen Rock-Album NIGHT NIGHT AT THE FIRST LANDING von 2017 in einem ziemlich melodischen Kontext mit sich durch die Songs schlängelnden Synthesizern und Keyboards vonstatten gegangen.

Ein bluesiges Funk-Stück gehört auch zu dieser Kollektion, ein Track, der rhythmisch hakt und im Gesang kurze Momente der Verfremdung aufweist („Cut Me Off“). Das Gros dieser Musik aber rudert relaxed in einem Pool für ordentlich gelayerte Popmusik, Saxofonsolo und ein paar digitale Gimmicks inklusive. Man möchte beinahe Yacht-Pop dazu sagen, Kenneys Musik fehlt es jedoch an der pazifischen Brise. PERFECT SHAPES ist mitten in North Carolina entstanden – unter freundlicher Mithilfe von Jenn Wasner von Wye Oak.

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