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Mapstation My Frequencies, When We


Bureau B/Indigo (VÖ. 5.3.)

von

Alles eine Sache der Reduktion. Für sein Projekt Mapstation nimmt Stefan Schneider dem Krautrock nur den Rock weg, schon bleibt die Elektronik stehen oder kommt ins Schwimmen, manchmal gar ins Stolpern, wenn eine Stimme sie erschreckt. Das erste Mapstation-Album erschien 2000, da spielte Schneider noch Bass bei To Rococo Rot und sich selbst erst einmal frei. Seitdem lässt er sich auch von Afrobeat und Dub, ja, von Weltmusik, wenn man so will, inspirieren.

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Auf MY FREQUENCIES, WHEN WE gibt es keine Gastmusiker*innen und kein weit über den Kern hinaus weisendes Musizieren. Schneider zieht tiefe Schlieren in seinen „Erzählraum“, er macht das mit einem Analog-Tape-Loop-Gerät und einer Roland 808 Drum Machine, die für das Holpern verantwortlich ist.

Es ist vieles verdreht und seltsam, so als ob der Mann an Knöpfen und Schaltern rückwärts Bilder aufzieht, die er selbst noch nicht kennt („The City In“). Ein Rheinländer, der zurückgenommen feiert – welch eine Wiederentdeckung.

„MY FREQUENCIES, WHEN WE“ im Stream hören:


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