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Morcheeba Blackest Blue


Fly Agaric/Indigo (VÖ: 14.5.)

von

Corona, so heißt es, öffnet auch Räume für mehr Muße, bietet Ruhe für neue Songs. Dass eine solche Situation ausgerechnet Morcheeba
und ihrer Musik in die Karten spielen kann, ist leicht vorstellbar. Mit den zehn Songs auf ihrem neuen Album zelebrieren Skye Edwards und Ross Godfrey geradezu dieses Schwebebahngefühl.

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BLACKEST BLUE scheint weit weg von den irdischen Verwerfungen und Bestimmungen, die Musik dreht auf einem einsamen, sehr langsamen Plattenteller – aber mit dem Selbstverständnis, dass dieser Laid-Back-TripHop, der in den 1990er-Jahren so formschöne Ergebnisse man an den Tag brachte und obwohl aus der Zeit gewachsen auch in den 2020ern noch etwas zu sagen hat.

In den besten Momenten, im souligen „Oh Oh Yeah“ und über die fünf finalen Minuten von „The Edge Of The World“ tut er das auch. Es ist ein zarter Hauch von Disco mit einer Idee von Gitarrengegniedel, aber selbstverständlich weit in den Hintergrundsphären. Und Edwards säuselt so schön in den Orbit.


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