Moritz von Oswald Trio

Dissent

Modern Recordings/Warner (VÖ: 6.8.)

Ist das noch Jazz? Oder schon Dance Music in einer schwer zu definierenden Daseinsform?

Moritz von Oswald hat sein neues Trio-Album mit der amerikanischen Clubsound-Expertin Laurel Halo und Jazz-Drummer Heinrich Köbberling aufgenommen. Und folgt damit dem Prinzip der Veränderung in einem höchstens von der Zahl der Teilnehmer*innen stabilen Projekt; Vladislav Delay und Tony Allen zählten bereits früher zu Mitstreitern in seinem Trio.

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DISSENT kommt nun die Rolle eines weiter gedachten Abstraktionsfeldes zu, auf dem der Produzent und Labelchef seine Erfahrungen aus der Detroit-Techno-Schule in die elektronische Waagschale wirft. Es gibt Phasen, in denen die Musiker einen Ambient- Sound entwickeln, der sich über die Kapitel (von Oswald hat die Tracks als „Chapter“ durchnummeriert) hinwegziehen, immer wieder Beats gewinnen oder im Keyboardwind verfliegen. Das könnte Dance Music werden, bleibt dann aber im Ungefähren stecken, in einer Daseinsform, die noch keinen Namen hat.

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DISSENT ist aber auch ein kompetent editiertes Improvisationsalbum, auf dem sich die Töne krumm machen können, im Hintergrund Noise und Reste von Field Recordings. Ist das noch Jazz oder schon der Soundtrack für eine Doku, die vom Klima in der Zukunft zu erzählen versucht? Gleich, was dieses Morgen uns bringt, wir könnten mit dieser Musik neu tanzen lernen.

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