Mugison – Mugimama, Is This Monkey Music?

Island an sich liegt ja schon an der äußersten europäischen Peripherie. Für einen wie Ornelius Mugison ist das allein noch nicht weit genug weg vom Schuß. Er lebt in Isarfjördur, am nordwestlichen Zipfel der Insel, ganz dicht am nördlichen Polarkreis. Fernab von der Hektik unserer Zivilisation also. Da versteht es sich fast von selbst, daß seine Musik etwas eigen ist. Bisher erzeugte er diese ja ausschließlich mit seiner „Mugibox“, einem kleinen Koffer, in dem er sein Equipment unterzubringen pflegt. Die Songs klingen entsprechend unterproduziert und stehen meistens in bester LoFi-Tradition von Sparklehorse und dem frühen Will Oldham. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied zu diesen beiden Acts: Mugison ist nicht der totale Eremit. Er hat eine Freundin namens Runa, die dieses Mal bei einigen Songs in Erscheinung tritt und dabei an die entrückt-kindliche Ausstrahlung von Landsfrau Emiliana Torrini erinnert. Der abgedrehte Track „Sad As A Truck“ entstand sogar mit einer richtigen Band, deshalb klingt er nicht nur wesentlich robuster als der Rest der Songs auf MUGIMAMA, IS THIS MONKEY MUSIC?, sondern ungefähr so dissonant wie Prince nach einem Treffen mit den Butthole Surfers. Warum auch nicht? Man muß schließlich auch einmal aus sich herausgehen, selbst in Isarfjördur. Dort hat Mugison alle Freiheiten der Welt, es ein wenig anders als die anderen zu machen. Schon Country, Folk und Blues klingen bei ihm exzentrisch verzerrt. Kleine Ausflüge in die Kakophonie geben seinem Stil nun endgültig den Charakter von faszinierender Sonderbarkeit.

VÖ: 25.4.

www.mugison.com