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Album der Woche

Muzz Muzz


Matador/Beggars/Indigo (VÖ: 5.6.)

Nicht, dass Paul Banks bislang nie für Wohlklang zu haben gewesen wäre, aber milde gestimmt ist die Stimme von Interpol nur selten, meistens geht es in seiner Musik – ob mit der Hauptband, solo oder in seinen seltsamen HipHop-Projekten – um Brüche und Risse, passend zu seiner Stimme, die stets klingt, als würde sie in jedem Moment in einen Aschenbecher kippen. Muzz ist die Antithese.

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Zusammen mit seinem alten Schulfreund Josh Kaufman und dem früheren The-Walkmen-Drummer Matt Barrick entwickelt Banks auf MUZZ eine nostalgisch-harmonische und psychedelische Musik, die nach Mazzy Star, The Velvet Underground oder den unterschätzten Americana-Wüstenkönigen Thin White Rope klingt. Die Songs besingen den „Red Western Sky“, riechen nach „Patchouli“ – beides fabelhafte Stücke. Noch mehr zu Herzen geht „Everything Like It Used To Be“: Calexico bekommen in ihren besten Momenten ähnlich brillante Lieder hin, die optimistische Botschaft des Songs rührt in der aktuellen Situation besonders, die Gitarre von Josh Kaufman spielt perfekten Jingle-Jangle – alles fast zu schön, um wahr zu sein.

Sowieso ist Kaufman der heimliche Star des Trios, als Arrangeur ist er auch für The National oder The War On Drugs tätig, mit viel Routine und Gefühl steuert er die Musik von Muzz in Richtung Besinnlichkeit, ohne dabei in seichtem Gewässer zu stranden. Was wiederum an Paul Banks liegt, der keinen Hang zur Rotweingemütlichkeit besitzt, sondern auch im Schönklang nach Verzweiflung sucht. Und so gerät sein Gesang auf „Broken Tambourine“ zu seinem ergreifendsten seit Interpols „NYC“.

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Sehnlichst erwartet, unglaublich gut: ein Songwriting-Meisterwerk.


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