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Nakhane You Will Not Die


BMG Rights/Warner

Dem Debütalbum, das von einigen Jahren nur in seiner Heimat Südafrika veröffentlicht wurde, gab Nakhane Touré den Titel BRAVE CONFUSION und beschrieb damit die sehr persönliche Energie, die seinen Elektro-Soul antreibt: die Zerrissenheit, die es auslöst, als schwuler Mann in einer streng christlichen Xhosa-Familie aufzuwachsen. Das Coming-out hat er hinter sich, die Energie fließt weiter – in sein nun international erscheinendes Album YOU WILL NOT DIE.

Auf dem mischt der 29-Jährige elektronische Versatzstücke mit Soulgesang und dezenten Elementen der afrikanischen Musik. Den Ton gibt er mit der fiebrigen Upbeat-Nummer „Clairvoyant“ vor: Zu einem viel­lagigen Geflecht aus kratzigen und funkelnden Synthie-Melodien, Drum-Perkussion und donnernden Gitarren-Einschüben wechselt der Sänger in dramatischen Bögen von Tenor- in Falsettstimme und zurück.

Die großen Gesangsgesten haben in ihrem Hang zum Pathos eine ähnliche Eleganz wie bei seinem Vorbild Anohni, lassen sich aber auch in ganz andere Bereiche zurückverfolgen: zu Radiohead, zum US-Musical oder zur 2010 verstorbenen Sängerin Busi Mhlongo. Das Überraschende ist aber, dass sich sein Elektro-Sound nicht am wuseligen, sonnenerhitzten Afrofuturismus orientiert, den man von anderen zeitgenössischen Künstlern kennt. Seine Referenzpunkte sind die Gay-Clubs und die Dunkelheit der Nacht.


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