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Nick Cave & The Bad Seeds – One More Time With Feeling Regie: Andrew Dominik


UK 2016, VÖ: 31.03.2017, Rough Trade

Eigentlich wollte Regisseur Andrew Dominik nur die Aufnahmen zum 16. Studioalbum SKELETON TREE von Nick Cave & The Bad Seeds mit der Kamera begleiten. Cave erteilte die Erlaubnis, überall zu filmen. Doch dann geschah das Unfassbare: Caves 15-jähriger Sohn Arthur stürzte im Sommer 2015 unter LSD-Einfluss nahe Brighton von den Klippen und starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Auch davon handelt die zumeist in einem Londoner Tonstudio, in einem Taxi und in Caves Haus entstandene 3D-Dokumentation „One More Time With Feeling“, wenngleich zumeist unausgesprochen.

Ursprünglich will Cave die Studiosessions nach der privaten Katastrophe abbrechen, vollendet das Werk dann aber doch. Erstaunlicherweise beginnt das Porträt des Künstlers, der mit tiefen Rändern unter den Augen fast schon maskenhafte Züge trägt, jedoch nicht mit ihm selbst, sondern mit seinem unersetzlichen Co-Komponisten Warren Ellis. Der plaudert auf dem Rücksitz eines Autos über Intimes, bis das Filmteam kleinlaut einräumt, dass bei der gerade geschossenen Szene das Bild unscharf gewesen sei. Ob er bitte schön noch einmal seine soeben offenbarten Emotionen reproduzieren könne, als er über den Tod sprach. Ellis verneint.

Von da an entwickelt sich das Scheitern in jedweder Form zum stummen Begleiter und Stichwortgeber der Dreharbeiten. Susie Bick, Caves Ehefrau, die im vorangegangenen Cave-Film „20 000 Days On Earth“ lediglich als Silhouette zu sehen war, nimmt jetzt manchmal Gestalt an. Ergreifend die Szene, als das Paar ein von Arthur im Alter von vier, fünf Jahren selbstgemaltes und seither schwarz gerahmtes Bild betrachtet, das die Absturzstelle zeigt. Zartbesaitete Zuschauer kneifen von nun an öfter die Augen zu. Aber hey, jeder trauert auf seine eigene Weise.

Will man seinen Popstar Nick Cave tatsächlich so verzweifelt sehen? Ja, man will!


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Der Quasi-Soundtrack zur Filmdoku „One More Time With Feeling“. Nick Caves Meisterwerk des Minimalismus im Songformat.


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