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Nicolas Godin Concrete & Glass


Because Music/Caroline/Universal (VÖ: 24.1.)

von

Das Geheimnis französischer Liebe besteht ja darin, dass man sich auf keinen Fall zu cool dafür sein darf, jemanden mit voller Wärme und Intensität zu umschlingen. Im Gegenteil: Gerade diese unbedingte Wärme macht die Coolness aus. So ähnlich ist es auch bei der französischen Musik, fast nie um eine warmherzige wiewohl melancholische Melodie verlegen, der die Instrumente dann zu dienen haben. Besonders formidabel ließ sich das in den vergangenen Jahren bei Charlotte Gainsbourg, Christine And The Queens, L’Impératrice und Kompromat nachlauschen. Und auf der französischen TOO-SLOW-TO-DISCO-Compilation von DJ Supermarkt.

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Auch Nicolas Godin von Air steht in dieser sehr französischen Tradition, selbst Elektro vom Chanson her zu denken. Deshalb fühlt sich auch sein zweites Soloalbum nach einer wohltuenden Wärmedecke an im Schneeregen, der soft, aber perkussiv einprasselt. Selbst die Synthies fühlen sich bei Godin wie kuscheliger Frotteestoff an. Krasser könnte der Kontrapunkt zu Berliner Düsterautorentechno gar nicht sein.

Nicolas Godin – The Foundation ft. Cola Boyy (Official Music Video) auf YouTube ansehen

Die drei Highlights des Albums aber flashen nicht bloß, weil sie rhythmisch stärker synkopiert sind als der Rest, sondern vor allem durch ihre Vocals: Alexis Taylor treibt’s hot-chippy, also mit dieser einzigartigen Melange aus Euphorie und Trübsal; Kate NV aus Moskau schwebt 80s-like „Back To Your Heart“ – Instant-Classic-Verdacht! Und Kadhja Bonet klingt ungelogen so bezaubernd wie die Kate Bush der AERIAL-Ära. Verglichen mit diesem Triumvirat fallen die meisten anderen Tracks, instrumental und mit Godins eher austauschbarem Vocoder-Sang, leider schnell von der Klippe im Schneegestöber.

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