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Odesza A Moment Apart

Counter/Ninja Tune/ Rough Trade

von

Eins ist schon nach dem Intro klar: Odesza machen keine Gefangenen. Das hier ist Elektro für die ganz große Bühne. Mit Streichern, breiten Synthie-Wänden, großen Gefühlen, viel Pathos und jeder Menge Kitsch.

Und so geht es dann auch über die volle Albumlänge weiter. Das dritte Album des Duos aus Seattle markiert den perfekten Moment für den Mainstream, einzusteigen. Für den Indie ist es dafür längst zu spät. Wenn man allerdings schon eine Weile auf Odesza festhängt, kommt man so schnell davon auch nicht los.

Dafür ist das Guilt-Gefühl noch zu klein und die Pleasure noch viel zu groß. Denn was Odesza auf A Moment Apart machen, funktioniert ja. Die Melodien sind wunderschön, ergreifend, wärmend, zuckersüß, melancholisch. Die Bässe sind drückend und mitreißend. ­Jeder Drop sitzt perfekt. Aber halt auch ein bisschen zu perfekt.

Als hätte ein Algorithmus die Produktion übernommen. Odesza wandeln auf dem schmalen Grat, auf dem sich Coldplay zwischen den Alben Parachutes und X&Y befanden, bevor sie dann vollends Richtung Stadion-Bombast abfielen. Sollten Odesza ihre Entwicklung beibehalten, dürfte das hier ihr letztes Album sein, bei dem die Pleasure überwiegt. Genießt es also.

 

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