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OIL Naturtrüb


ZickZack/Broken Silence (VÖ: 6.3.)

Mit 50 noch eine Band gründen? Diesen vier Herren ist das Unvorstellbare gelungen: Gereon Klug, der Mann am weltberühmten News­desk der Hanseplatte, singt und spielt Sax. Staatsakt-Chef Maurice Summen operiert als Musiker und Texter, Autor und Comic-Zeichner Timor Mosh Çirak bewaffnet OIL mit einem Bass. Musiker und Schauspieler Reverend Christian Dabeler gibt den zweitbesten Organisten aller Zeiten auf dem gemeinsamen Album NATURTRÜB. Im Quartett demonstrieren sie Ausgebufftheit und Galligkeit, Lust am Groove, selbstreferenziell sowieso allemal und immer.

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Viel muss Mann schon hinter sich gebracht haben, um derartig sorglos wildern zu können: OIL produzieren ein beefhearteskes Stück Blues-Wahnsinn („This Is OIL“) pfeifen der „Rev. Rock Bitch“ hinterher und geben „Yoko Ohne“ in der deutschen Liedermacherei ein neues Zuhause. Zum Finale eine 20-minütige Jamsession aus dem Hauptquartier für heiteren Diss: „Hey Erde, du bist eine leistungsschwache Laune der Natur … guck doch mal da, deine Form, rund und dumm.“

Das Ganze gibt’s demnächst dann auch noch als Roman und auf den Bühnen Deutschlands. Für das Musik­album NATURTRÜB hatten OIL ursprünglich geplant, Die Sterne, die Nachfahren Fela Kutis und Half Japanese zur Durchführung eines Geheimplans zu versammeln, dabei könnte es sich aber auch um ein Gerücht handeln. Vielleicht haben diese vier Männer um die 50 auch nur einen Ort gesucht, an dem sie endlich mal zu Tracks tanzen können, die Titel wie „Wichsbold“ oder „The Finest In Masturbation“ heißen. Auf dem Cover: das verfremdete PIL-Logo, Johnny Rotten wird sich mit OIL besaufen.

NATURTRÜB im Stream hören:


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