Paul Banks Banks


Matador/Beggars/Indigo 19.10.

Diese Stimme ist schon sehr prägnant. Wenn der Bariton von Paul Banks erst einmal warm gelaufen ist, dann denkt man unweigerlich: Interpol. Das ist auch auf Banks, seinem zweiten Solo-Album nach dem noch unter dem Pseudonym Julian Plenti vor drei Jahren veröffentlichten Debüt, nicht anders. Aber bereits im Eröffnungssong „The Base“ stellt der Sänger von Interpol klar, dass er auch ganz anders kann: Zu Beginn des Songs brummt er noch, unterstützt von reichlich Hall, bedeutungsschwanger und weihevoll, wie man es so von ihm kennt. Dann aber wechselt er unvermittelt den Tonfall: Plötzlich singt da ein junger Mann mit einem recht optimistischen Blick auf die Welt.

Dieses reizvolle Wechselspiel wird den Rest des Albums über anhalten und auch musikalisch seine Entsprechung finden. Denn zwar sind immer mal wieder jene düsteren, maschinenhaften Gitarrenriffs zu hören, mit denen Interpol berühmt geworden sind, aber Banks bricht das Erfolgskonzept seiner Stammband konsequent auf: So frohgemute, freundliche Gitarren, wie sie zum Beispiel durch das Instrumental „Lisbon“ flanieren, hätten bei Interpol niemals die Endabnahme überstanden. In „Paid For That“ kreischen die Gitarren  dann atonal und hysterisch.

Ansonsten ist nicht nur in „Arise Awake“ zu hören, dass Paul Banks sich die Freizeit gern mal als HipHop-DJ vertreibt: Computer-Beats und Samples bestimmen das Klangbild ebenso wie die Gitarren. Geschickt erweitert Paul Banks auf seinem zweiten Solo-Album den eindimensionalen musikalischen Kosmos von Interpol, ohne ihn aber gänzlich hinter sich zu lassen.

Kooperation

Key Tracks: „The Base“, „I’ll Sue You“, „No Mistakes“

>>>>>>>>>>Interview im Heft S. 1


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