Pins Wild Nights


Bella Union/[PIAS] Coop/Rough Trade

Manchester kann grausam sein. Vor allem für Jugendliche, die nicht darauf stehen, sich jedes Wochenende im Pub oder in der Techno-Disco abzuschießen – und die guten alten Zeiten von Oasis, von der „Haçienda“ und dem legendären Sex-Pistols-Gig 1976 nur vom Hörensagen kennen. Wie Faith Vern, Anna Donigan, Lois Macdonald und Sophie Galpin, vier Teens, die mit dem subkulturellen Status quo der englischen Industriemetropole so gar nichts anfangen können und deshalb ihre eigene Band gegründet haben.

Mit der intonieren sie lupenreinen, altmodischen Post-Punk zwischen Goth-Pionieren wie Siouxsie & The Banshees und der amerikanischen Riot-Grrrl-Bewegung der frühen 90er um Babes In Toyland, Bikini Kill, Hole und L7. Raue, ruppige Gitarren, polternde Drums, wütender Mädchengesang und mehrstimmige Harmonien. Mal frontal und wuchtig, mal als melodramatische Leisetreter, aber zumeist im gepflegten Midtempo-Bereich mit starken 60s-Pop-Anleihen. Das mutet weniger originell als vielmehr naiv, dilettantisch und rudimentär an, weist einen klassischen Proberaum-Sound auf, vergeht sich an kindischen Reimen der Marke „we’re not trying to be brave, we don’t want to be safe“ und setzt auf kratzbürstige Girlie-Attitüde. Natürlich mit schwarzem Leder, Kajal und Patschuli. Das reicht vielleicht für unterhaltsame (Kurz-)Auftritte. Für ein ganzes Album ist es definitiv zu wenig. 


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