Highlight: Die 100 besten Stimmen der Musikgeschichte

Prince Art Official Age


Warner

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Sein Gastspiel in Berlin fiel nach einer verheerenden Fehlkalkulation des Promoters ins Wasser, doch die Besucher der Shows in anderen Metropolen Europas bezeugten: Der Mann war im Frühsommer 2014 in bestechender Live-Form. Nun also gleich zwei neue Alben: Detailreich produzierte Funk- und Soulsongs unter eigenem Namen, eine rockigere Platte mit seiner komplett weiblichen Band 3rdeyegirl. Und was soll man sagen: Super Sachen sind da drauf. Vor allem ART OFFICIAL AGE macht Freude.

Prince hat die Phase erreicht, in der eigene Vergangenheit ein Versprechen ist und keine Bedrohung mehr darstellt. Daher klingt dieses Album wie ein verklärter Blick in den Rückspiegel: Wisst ihr noch, wie schön meine Balladen sind? Wie cool mein Funk? Wie schwülstig mein Soul? Und wenn ihr in die Disco wollt, dann doch bitte mit mir und nicht – sagen wir – Pharrell Williams, oder? Der Sound verweist rücksichtslos auf die 1980er, „The Gold Standard“ vermittelt das Maxi-Single-Feeling der alten Tage mit allerhand Effekten aus dem Museum für digitale Klangkunst.

Auch wichtig: Die Kopfstimme ist absolut intakt, da wackelt nichts, die tolle Ballade „Breakdown“ beweist das. Kleine Schritte ins Hier und Jetzt wagt das lüsterne U Know mit Vocoder-Part und Stimm-Collagen. Und auch die schwebende, beinahe cineastische Atmosphäre der beiden letzten Stücke Time und Affirmation III zeigt, dass Prince wohl weiß, was Bon Iver mit R’n’B zu tun hat und wie sehr The Weeknd und How To Dress Well dieses Genre erneuert haben.


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