Rückkehr nach Montauk :: Regie: Volker Schlöndorff

„Blechtrommel“-Regisseur Volker Schlöndorff kann zwar immer noch hervorragend mit Dialog umgehen, sein Drama über verpasste Chancen bleibt aber zu vorhersehbar.

Der Schriftsteller Max Zorn lebt in Berlin, kehrt nun aber für eine Lesung nach New York zurück. Für ein Jahrzehnt war er nicht mehr in der Stadt. Und für ein Jahrzehnt hat er seine große Liebe Rebecca (Nina Hoss) nicht mehr gesehen. Obwohl er mittlerweile eine neue Freundin, seine aufopferungsvolle und geduldige Assistentin hat, zieht es ihn zurück zu der Frau, mit der es damals nicht klappen sollte. Gemeinsam fahren sie noch einmal nach Montauk – vielleicht hat das Paar ja noch eine zweite Chance.

Die Antwort auf die Frage nach der vermeintlichen zweiten Chance gibt Schlöndorff eigentlich schon im Einstiegsmonolog seiner Figur, der zugleich auch der packendste Moment des Films ist: Nein, manche Beziehungen gehören einfach der Vergangenheit an, selbst wenn die Liebe noch da ist. Und so läuft der Schriftsteller (Stellan Skarsgård) – eigentlich ein kluger, weiser Mann – liebestoll einem Wunsch hinterher, der nur auf den ersten Blick noch erfüllt werden kann.

Trailer

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Die Botschaft des vor autobiografischen Momenten nur so triefenden Dramas ist denkbar einfach. Es geht um späte Einsicht und Reue, die Erkenntnis, dass manche Dinge einfach nicht sein sollen. Einigen Dialogen und den Darstellerleistungen ist es zu verdanken, dass Schlöndorff sein Publikum bei Laune halten kann. Denn die manchmal melancholischen, manchmal liebestollen Anwandlungen des Max Zorn haben sich bereits erschöpft, bevor der Ort Montauk überhaupt im Film erwähnt wird. Eine gelungene Max-Frisch-Adaption ist der Film allemal, auch wenn er im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale am Ende zur Randnotiz wurde.

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