So Pitted neo


Sub Pop/Cargo

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich eine Band nach einem Meme benennt. So Pitted aus Seattle verdanken ihren Namen einem viralen Video, in dem ein Surfer in herrlich unverständlichem Dude-Speak von den Wellen erzählt, die er soeben geritten hat. Die Musik des Trios bezieht sich zum Glück nicht auf Tumblr-Trends oder obskure Subreddit-Threads, sondern auf eine Handvoll fantastischer Noise-Rock-Bands aus den letzten 30 Jahren.

In persona offenbar eher zurückgelehnte Spaßvögel, nutzen die Bandmitglieder die halbstündige Laufzeit ihres Debüts, um in wüsten Riff-Biestern ihre Wut und sexuelle Frustration zu exorzieren. Die kurzen Songs in Strophen und Refrains zu unterteilen, ist hinfällig: Die Texte versteht man kaum, auf die Gehörgänge in Brand steckende Rückkopplungs-Salven folgen unvermittelt knüppelnde Breakdowns oder ein simples, Nirvana-eskes Solo.

Vergleiche mit Seattle-Größen Mudhoney, den Melvins und Tad werden in den Blogs zu Recht bemüht, dem hinzuzufügen wären vielleicht noch Steve Albinis erste Band Big Black und Lightning Bolt, die zeitgenössischen Fackelträger des Noise Rocks. Denn So Pitted spielen keinen Revival-Grunge, sondern fügen dem Genre eine lange nicht mehr gehörte, verstörende Komponente bei. Verlangt einem einiges ab, aber in den richtigen Momenten gehört, wirkt diese Platte fast transzendent.

Kooperation

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