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Sofie Cult Survivor


Stones Throw/Rough Trade (VÖ: 26.6.)

Als DJ begann Sofie Downbeat-HipHop mit R’n’B, obskuren Disco- und Psychtracks und ihren Lieblingssphärenmusiken zu mischen, da war sie 20 und Angestellte des Stones-Throw-Labels in L.A. Bald hostete die Amerikanerin mit österreichischen und iranischen Vorfahren Shows auf der DJ-Plattform Boiler Room, war für kreative Entscheidungen zuständig.

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Eine Geschichte, die irgendwann mit einem selbst produzierten Album ein neues Kapitel aufgeschlagen hätte – aufstrebende Beat-Autorin im Verein mit Leuten, mit denen sie bereits eine Bühne geteilt hatte, wie Peanut Butter Wolf, Kutmah, Teebs. Das ist nicht so gekommen, nach einer abrupten Trennung und einem Krankheitsfall in der Familie zog Sofie zu ihren Angehörigen in Wien und begann, ihre Erfahrungen und Verletzungen in selbst gewählter Isolation zu verarbeiten – als Singer/Songwriterin.

In den Soundfarben dieser Songs hören wir hin und wieder noch den R’n’B aus ihren L.A.-Jahren, grundsätzlich ist CULT SURVIVOR aber ein europäisches Lied-Album geworden. Mit vielen langen Strophen und verschwebenden Refrains. Erster Eindruck: Die Songs sind besser als die Kleider, die die Künstlerin für sie gefunden hat. Sofie streift schön „flötend“ durch Klischees von Klangräumen, sie verschwindet in den breiten Keyboard-Arrangements oder verliert sich in loopartigen Gitarrensequenzen und Wurlitzerwolken, die Zitate von Zitaten sein könnten. CULT SURVIVOR bleibt nicht mehr als ein Appendix zur Geschichte von Dream- und Yachtpop. Man möchte Sofie eine Brücke zurück zu den Beats bauen.

CULT SURVIVOR im Stream hören:


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