Stealing Sheep  Big Wows 


Heavenly/[PIAS] Coop/ Rough Trade (VÖ: 19.4.) 

Früher war nicht alles schlechter. INTO THE DIAMOND SUN, das Debütalbum von Stealing Sheep aus dem Jahr 2012, steht in einer von Veröffentlichungen vollgeparkten Musiklandschaft wie ein unentdeckter Monolith des dreampoppigen Psych-Folk und damit in einer großen Folk-Tradition aus Großbritannien. Auf ihrem zweiten Album NOT REAL spielten Becky Hawley, Emily Lansley und Lucy Mercer aus Liverpool drei Jahre später eine Variante dieses Stils mit mehr analogen Synthesizern und weniger Gitarren.

Das neue Stealing-Sheep-Album „BIG WOWS“ bei Amazon.de kaufen

Das sprach für eine Entwicklungsfreude des Trios, die wir ihm auch gar nicht absprechen wollen. BIG WOWS soll nun eine Kritik der digitalen Überinformationsgesellschaft sein, die mit eben den musikalischen Mitteln dieser Gesellschaft hergestellt wird.

Es ist Elektro-Pop, der mehr nach den Nineties klingt als nach den Eighties, mit Songs, die manchmal so charakter- und belanglos wirken wie 90 Prozent der Musik, die in der Musiklandschaft geparkt wird. Wenn das die Intention des Albums gewesen sein sollte, ist sie geglückt. Auf einer Meta-Ebene geht das voll okay, nur das Anhören dieser Songs wird angesichts der vergangenen Großtaten von Stealing Sheep nicht unbedingt leichter. 

Kooperation

Stealing Sheeps neues Album „BIG WOWS“ hier im Stream hören:


ÄHNLICHE KRITIKEN

Vampire Weekend :: Father Of The Bride 

Die Amerikaner haben ihre Popsongs auf Folk- und Countrynährböden gedeihen lassen und mit Prog und Barock abgeschmeckt. 

Von Wegen Lisbeth :: sweetlilly93@hotmail.com 

Lass-ruhig-laufen-Deutschpop, zu dem sich prima mit dem Segway zum Späti oder gleich direkt in die Hölle fahren lässt.  

Fuzzman :: Hände weg von Allem 

Viva la Widerspruch! Neues vom österreichischen Indie-Chansonnier. 


ÄHNLICHE ARTIKEL

„Special – Ein besonderes Leben“ ist die beste Netflix-Serie seit langer Zeit

Endlich einmal eine Serie über das Leben mit Behinderung, ganz ohne diesen komplett problembehafteten Ansatz und traurig-düsteren Überzug.

Wutausbrüche, Massenauflauf und große Kunst: „Christo – Walking on Water“

Die Doku zeigt einen Künstler und seine Crew kurz vor dem Nervenzusammenbruch, aber auch 20.000 Menschen, die gleichzeitig über’s Wasser laufen.

„Leaving Neverland“: So schlecht fühlt man sich nach der Jackson-Doku

Mit Wade Robson und James Safechuck werden zwei Männer interviewt, die aussagen, sie wären jahrelang von Michael Jackson missbraucht worden. Am 6. April wird die Doku um 20.15 Uhr via ProSieben ausgestrahlt. „Lohnt“ sie sich?


„Special – Ein besonderes Leben“ ist die beste Netflix-Serie seit langer Zeit
Weiterlesen