The Drums Brutalism


Anti/Epitaph (VÖ: 5.4.)

Wieder wird geschnüffelt! Steckte auf dem Cover der letzten Drums-Platte, ABYSMAL THOUGHTS, noch Jonathan Pierces Freund seine Nase freudvoll in dessen getragenen Turnschuh, ist es nun Pierce selbst, der ganz beseelt an einem Kleidungsstück riecht – vermutlich, wie im Titelstück angedeutet, ist es das T-Shirt seines Lovers: „When I’m alone at night and the TV is on I grab your t-shirt and put it over my face, I put my hand on my chest so it feels like you’re here“. Nicht nur Olfaktophilie, der Geruchsfetischismus, eint die beiden Alben thematisch, sondern auch die anhaltende Aufarbeitung von Pierces schmerzhafter Scheidung und seine Rückkehr nach New York nach isolierten Jahren in L. A. BRUTALISM reagiert auf die titelgebenden, abgründigen Gedanken des Vorgängers mit Optimismus.

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Das fünfte Album der Drums ist ganz bewusst Pierces Selbstoptimierungsplatte, in ihrem Vorfeld begann er seine Therapie, achtete besser auf seine Ernährung, begann zu trainieren und trennte sich von nicht ganz so guten Freuden und Freunden. „I know some good luck and a good fuck, a nice glass of wine and some quality time“, singt er in der Leadsingle „Body Chemistry“. Die Musik, wie gewohnt ein hauchdünn produzierter Mix aus Früh-80er-Elektro und Indie-Pop im Verständnis der Smiths, transportiert diese Sehnsüchte ideal.

BRUTALISM ist die zweite Platte, die Pierce offiziell als Solokünstler aufgenommen hat, nachdem ihn alle anderen Mitglieder der Drums, zuletzt auch Jugendfreund Jacob Graham, verlassen hatten. Doch, wie er neulich erstmals zugab, war der Entstehungsprozess, außer beim maßgeblich von Graham geprägten ENCYCLOPEDIA, nie ein anderer: „90 Prozent aller Drums-Aufnahmen sind von mir geschrieben, eingespielt und abgemischt.“ Jonathan Pierce ist The Drums und so glücklich wie jetzt war er schon lange nicht mehr damit.

Kooperation

Hier BRUTALISM von The Drums im Spotify-Stream hören:


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