The Gits
FRENCHING THE BULLY
Sub Pop (VÖ: 31.1.)
Seattle in den frühen Neunzigern, aber dennoch kein Grunge: Punk-Rock der hochenergetischen Sorte.
Die schlichte Tatsache, dass die Band aus Yellow Springs, Ohio, 1989 nach Seattle übersiedelte, reichte völlig, um sie nach Erscheinen ihres offiziellen Debüts in Grunge-Sippenhaft zu nehmen. Das war, mit Verlaub, grober Unfug, denn das 1992 veröffentlichte FRENCHING THE BULLY offerierte Punk, der sich allzu schlichter Drei-Akkorde-Machart allerdings erfolgreich entzog. The Gits bewiesen aber nicht nur Sinn für Dynamik und knackige Arrangements, sondern beeindruckten vor allem mit ihrer Sängerin Mia Zapata, deren phänomenal stimmgewaltiger, leidenschaftlicher Vortrag im besten Sinne mitreißend ausfiel.
Ein künstlerisches Potenzial, das auch dem Ostküsten-Label Atlantic Records nicht verborgen blieb, das die Band 1993 verpflichten wollte. Im Juli desselben Jahres ereignete sich jedoch während der Arbeiten am zweiten Album ENTER: THE CONQUERING CHICKEN eine unglaubliche Tragödie: Mia Zapata wurde Opfer eines – mittlerweile immerhin aufgeklärten – Gewaltverbrechens.
The Gits lösten sich auf. Die frisch remasterte Vinyl-Neuauflage von FRENCHING THE BULLY kommt inklusive des damals bereits fürs zweite Album fertiggestellten „Spear And Magic Helmet“ und erfreut mit noch immer hörenswerten Band-Klassikern wie „Kings And Queens“, „Second Skin“ und „Absynthe“. Ein würdiges Denkmal für eine ambitionierte Punk-Band – und ihre wirklich außergewöhnlich talentierte Sängerin.
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