The Honeydrippers – The Honeydrippers Vol.1

Als 1984 durchsickerte, dass sich Gitarrenvirtuose Jeff Beck mit Jimmy Page und Robert Plant von den vier Jahre zuvor aufgelösten Led Zeppelin zu einem All-Star-Ensemble formieren würden, waren die Erwartungen extrem hoch. Was rollte da auf die Rockwelt zu? Zumal Atlantic-Chef Ahmet Ertegun das Projekt angeregt hatte, aber auch Chic-Chef Nile Rodgers, Keyboarder PaulShaffer, Bassist Wayne Pedziwiatr sowie Schlagzeuger Dave Weckl im Spiel waren. Das von Nugetre(Ertegun rückwärts gelesen) und The Fabulous Brill Brothers (Page, Plant und Rodgers) co-produzierte Ergebnis lag wenige Monate später in Form des zwar als Album angepriesenen, aber mit nur fünf Tracks eigentlich als EP zu bezeichnenden the honeydrippers vol. 1 vor. All jene, die auf eine bombastische Neuauflage der Yardbirds gehofft hatten, sahen sich enttäuscht. Hatten sich doch die gestandenen Herren in Freizeitlaune an die eigene Jugend in den 50ern erinnert und schlicht fünf Klassiker der Ära eingespielt. Ein als Single ausgekoppelter Schmachtfetzen von Phil Phillips & The Twilights namens „Sea Of Love“ platzierte sich in den USA ebenso in den Billboard-Top- 4 wie das Mini-Album -obwohl eigentlich zuerst „Rockin‘ At Midnight“ als A-Seite geplant war. Die Interpretationen von Rudy Toombs „I Get A Thrill“, Ray Charles‘ „I Got A Woman“, Phil Spectors „Young Boy Blues“ und Roy Browns „Rockin‘ At Midnight“ waren geschmackvoll -flotter Rhythm’n’Blues im Big-Band- und Swing-Sound,der ganz ohne die sonst in den 8oern üblichen digitalen Zutaten auskommt. Doch dass die Herren Stil und Geschmack besitzen, bewiesen sie ja schon in den früheren Phasen ihrer Karrieren. Dazu gibt es einen Bonustrack: ein Konzertmitschnitt von „Rockin’At Midnight“, aufgezeichnet in Birmingham. Dass ein „Volume 2“ zwar sehnlichst erhofft wurde, aber nie erschien, lag am Veto Robert Plants. Der war vom Verkaufserfolg so überrascht, dass er einen spontanen Rückzieher machte, weil er nicht als schmalziger Crooner in die Pop-Historie eingehen wollte. Noch heute beantwortet er Fragen danach lapidar mit: „The Honeydrippers? Die schlafen!“

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