The National – Boxer

Auf diese Platte waren ziemlich viele Leute ziemlich gespannt, und die Eröffnung erfüllt freundlicherweise die in die Band gesetzten Hoffnungen. „Pake Empire“ ist wieder so ein langsam heranrollender National-Song. der Auflösung sucht in einem fanfarenhaften Bläserfinale und, bevorer zu gut wird, einfach aufhört. Das ist viel leicht der gravierendste Unterschied zwischen Matt BerningersThe National und Stuart A. Staples ‚Tindersticks. Tindersticks trieben die Melancholie gerne über vier, fünf Minuten hinaus an liebgewonnene Orte, ganze Vereinsheime der Katharsis. Matt Berningers kleiner Bariton aber bleibt verwischt.die Band schwimmtauf hohem Niveau und setzt ab. Es ist ja weder so, dass wir es hier mit einer Americana-Combo aus dem Mittleren Westen zu tun hätten,die sich nun mal in New York verirrt hat (und nun schon zehn jähre dort ausharrt), noch, dass The National irgendeine Beteiligung am New New York Rock zugeschrieben werden kann. Die Band dreht eher einsame Kreise auf einem Eiland füranspruchsvolle letzte Lieder. Das Piano in „Ada“ und „Racing Like A Pro“ hat ihnen jetzt Sufjan Stevens gespielt, und man möchte fragen, ob es sich da nicht sogarum zwei Kompositionen aus dem letzten Sommerurlaub von Sankt Sufjan und der Butterfly Brigade handelt. Für Fans jetzt der Kurzvergleich: Alligator (20O5)war das National-Durchbruchserlebnis, eine Platte mit (vielen) Höhen und (ein paar wenigen) Tiefen, mit starken emotionalen Pegelschlägen, boxer ist der Band ruhiger. gerader geraten. Berninger zieht uns mit diesen neuen Songs in eine Welt hinter den Straßen und Fassaden, sie heißen „Guest Room“, „Apartment Story“ und „Slow Show“, laden ein zum Verweilen und sich Umgucken, Wenn wir uns dort ein bisschen eingelebt haben, möchten wirdiese Songs gar nicht mehr missen, sie sind wie Bilder, die uns jeden Tag mehrzeigen.

VÖ: 18.5. >» www.americanmary.com