The Night Café 0151


AWAL/Rough Trade (VÖ: 23.8.)

Die britische Gitarrenszene besteht seit einigen Jahren aus vielen Bands, die sehr genau wissen, warum sie in einer Band spielen – aber keine Ahnung haben, wie man einen sehr guten Song schreibt. In diesem zunehmend traurigen Nichts sind The Night Café eine echte Hoffnung.

Die Band stammt aus Liverpool, war ja klar, dass die Rettung von dort kommen musste. 0151 ist die Vorwahl der Stadt, das Album funktioniert wie eine Reportage über das Leben junger Menschen: Es ist Nacht, die Orientierung geht verloren, wer jetzt einsam ist, wird es bleiben – wer jemanden an seiner Seite hat, ist vor Komplikationen nicht geschützt. Zwei Jahre lang hat die Band am Album gearbeitet, das Resultat ist üppig: 18 Songs, viele davon länger als vier Minuten – das ist eine Menge Holz, vollkommen unüblich im Post-CD-Zeitalter.

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Ein Meisterwerk ist 0151 nicht, dafür fehlen die Variationen, die Geistesblitze. The Night Café sind eine robuste Band, das merkt man exemplarisch am Drummer, der unglaublich kompakt spielt. Die Gitarren klingen mal psychedelisch verhallt, mal nach gutem alten Jingle-Jangle, mal verschüchtert soulig. Ein paar Vocoder-Versuche in den Zwischenspielen verorten die Platte in die 10er-Jahre, abseits davon wirkt 0151 komplett zeitlos.

Sänger Sean Martin verzichtet auf große Gesten, singt die Lieder unaufgeregt runter, manchmal auf Kosten der ganz großen Melodie, aber immer so, dass man Songs wie den Hit „Turn“, „Felicity“ oder das dezent an die alten Red House Painters erinnernde „Mother“ gerne sehr häufig hört.

0151 von The Night Café hier im Stream:


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