The Pearlfishers  Love & Other Hopeless Things


Marina/Indigo (VÖ: 26.4.)

Eine große Septime ist der weiteste Abstand, den zwei Töne in der Tonleiter voneinander haben können. Dieser Intervall ist integraler Bestandteil des Major-Sieben-Akkordes und sorgt dafür, dass er sich auf einem schmalen Grat zwischen melancholischer Sehnsucht und jubilierender Freude bewegt.

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Niemand hat diese Akkorde so meisterlich verwendet wie Burt Bacharach, Todd Rundgren, Brian Wilson, Paddy McAloon von Prefab Sprout oder David Scott. Scott ist seit dem ersten Album von 1999 die Konstante der schottischen Band The Pearlfishers. Er schreibt die Songs, singt, spielt Gitarren und Tasteninstrumente und produziert die Alben in der Tradition seiner Helden. Mit dem achten Album wirft er nochmal all seine Qualitäten in die Waagschale.

Er gibt uns raumgreifende Melodien, jubilierende Refrains, gestopfte Trompeten, Geigenschmelz, Bababa-Chöre und jede Menge Major-Sieben-Akkorde. Das ist klassisches, ausgefuchstes Songwriting. Purer Pop von einem Mann, der seine Lektionen von den ganz Großen gelernt hat und inzwischen an der University of the West of Scotland zum Songwriting-Lehrer geworden ist.

Mit diesem Album verabschiedet sich das Hamburger Label Marina Records nach mehr als 25 Jahren aus dem Musikgeschäft. Es fehlt hier der Platz, um die Verdienste der von Stefan Kassel und Frank Lähnemann um die schottische Popszene aufzuzählen.

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