Trümmer Früher war gestern


PIAS/Rough Trade (VÖ: 17.9.)

von

Fünf Jahre nach INTERZONE sind Trümmer wieder da. Das ist eine irre lange Pause gewesen, eine Band, die jung wirkte, steht nun mitten im Leben, die Leute haben ihre Leben abseits von Trümmer weitergestaltet, diese Gruppe ist sicher immer noch wichtig, aber sie ist wohl nicht mehr das Leben. Was ja auch eine Chance ist.

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FRÜHER WAR GESTERN beginnt mit „Wann wenn nicht“, und sofort wird deutlich, dass diese ganzen „Die singen auf Deutsch“ Bezüge eigentlich Quatsch sind: Das Stück ist purer Indie-Rock amerikanischer Prägung, nur die Stimme und die Sprache von Paul Pötsch verorten sich im Land, erinnern mehr denn je an Frank Z. von Abwärts.

Interessant ist „Weißt du noch“, der Versuch eines Trennungsliedes, das vom Ende einer Liebe handelt, ohne dabei eine Opferrolle zu definieren, ohne Schuld zu thematisieren. „Tauben an der Ihme“ setzt noch einen drauf: Zur Chanson-Dramatik singt Paul Pötsch ein Lied in der Kulisse des Ihme-Zentrums in Hannover, einst ein Zukunftsprojekt für Sozialbau und Konsum, heute eine Wohnruine, eingedeckt mit Taubenkot. Aber wenn diese Tauben dann singen, dann ist sie nah, die Utopie von der „undramatischen Liebe“.


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