Valet Nature


Kranky/Cargo

Es gibt tatsächlich Kritikerkollegen in den USA, die können ganze Features zu dieser Band aus Portland verfassen, ohne auch nur einmal eine Referenz wie Galaxie 500, My Bloody Valentine oder, vor allem, Slowdive zu erwähnen. Das liegt daran, dass Honey Owens’ Musikprojekt, hierzulande kaum bekannt, schon eine zehn Jahre alte Tradition hat. In den letzten fünf Jahren davon schlief Valet allerdings tief und fest, stattdessen machte Owens unter dem Namen The Miracles Club psychedelische Housemusik. Und davor pflegte Owens einen weitaus experimentelleren Ansatz, bei dem Elementarblues und Geisterfolk in langen Spielzeiten in ihre Einzelteile zerlegt wurden. NATURE hingegen will das Wonnevollbad.

Wer Slowdive schätzt, wir haben es schon erwähnt, stolpert hier alle paar Takte über eindeutige Bezüge – aber keine Angst, in einem Meer aus Reverse-Reverb-Gitarren fällt man immer weich. Diese Platte macht darüber hinaus deutlich – und manchmal braucht man ja ein paar Jahre Abstand, um klarer zu sehen –, wie eng verwoben auch schon der Ursprungs-Shoegaze mit den Melodien der britischen Folkmusik war und wie durch all diesen neopsychedelischen, Velvet-Underground-igen, ambienten Wust hindurch immer noch der Blues schimmert wie die Schuppen eines Goldfisches. NATURE gehört auf jeden Fall zu den gelungensten Wiederaufbereitungsarbeiten eines beinahe alterslosen Genres.


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