Web Web x Max Herre Web Max


Compost/Groove Attack (VÖ: 27.8.)

von

Was erwartet man von der Zusammenarbeit eines verdienten Jazz-Pianisten mit einem der prominentesten Rapper und Sänger des Landes? Garantiert nicht das, was auf WEB MAX zu hören ist. Denn mitnichten haben sich Roberto Di Gioia alias Web Web und Max Herre zusammengetan, damit der eine klimpert und der andere ein paar Reime darüber rappt.

Stattdessen haben die beiden zusammen ein glasklares Jazz-Album aufgenommen, und Herre wirkt dabei als Musiker, Komponist und Produzent, während seine Stimme kein einziges Mal zu hören ist. Die beiden hatten sich 2014 bei einem gemeinsamen Auftritt mit Gregory Porter kennengelernt, nun tauchen sie ein in den sogenannten Spiritual Jazz der frühen 70er-Jahre, der sich in der Nachfolge von John Coltrane sah.

Die stets körperwarme Musik öffnet leicht knisternd einen gewaltigen Klangkosmos, durch den die Instrumente Irrlichtern gleich am Firmament entlang ziehen, zu Melodien anheben, die wieder im Nichts des Alls verschwinden und als Sternschnuppen zurückkehren. Oder, etwas abgeklärter: WEB MAX ist tolle Jazz-Musik, in die man wunderbar eintauchen kann, die aber auch prima als Cocktail-Party-Beschallung funktioniert.


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