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Zola Jesus Okovi

Sacred Bones/Cargo

von

Die 80er bestanden ja nicht nur aus Synthesizern und Hair-Metal. Im Untergrund bewegte sich eine avantgardistische Armada, die in den Darkrooms der Popkultur mit Snares wie Peitschenhieben und Orches­tern aus der Dose Übungen zur Apokalypse organisierte.

Industrial hieß das Genre, ein Ableger von Electronic Body Music und Goth-Rock, eine zertrümmerte Schublade, die sich sehr intensiv um ein Thema kümmerte, das uns heute mehr denn je beschäftigt: die Zerstörungswut des Menschen in Bezug auf Körper, Geist, Gesellschaft, Erde. „Exhumed“ ist Zola Jesus’ bislang härtester Industrial-Song, gerne kramt man die alten Platten von Gruppen wie Test Dept., Clock DVA oder Cabaret Voltaire hervor und erschaudert bei der Erkenntnis, dass diese eisig klingenden Endzeitvisionen aus dem Kalten Krieg so gut ins Jahr 2017 passen.

Fortschritt? Da lacht der Industrialhead! Der beste Song auf OKOVI ist „Veka“, weil unter dem Horror ein Beat­herz schlägt, als gelte es, immer mehr kaltes Blut in den Körper zu pumpen, bevor das Stück tanzbar wird. Bei „Soak“ klingt Zola Jesus wie eine Todesengelversion von Lana Del Rey, was sich wohl ganz gut vermarkten ließe.

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